Read Ebook: A vuela pluma: colección de artículos literarios y políticos by Valera Juan
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Ebook has 121 lines and 11100 words, and 3 pages
Die Kiste oder das Mistbeet, wovon der Glasrahmen mit ge?ltem Papier verklebt ist, wird jetzt derartig behandelt, dass der Pferdemist etwa 1 cm., der Taubenmist dahingegen etwa 3 ? 4 cm. unter den Boden zu liegen kommt. Nachher wird das Mistbeet triefnass gemacht, und der Samen mit Sand vermischt dar?ber gestreut. Die ersten 10 Tage braucht es nicht begossen zu werden. Etwa am 15-30 Mai sind die Pfl?nzchen so gross, dass die besten ausgesucht und gepflanzt werden k?nnen. Dies geschieht auf dem schon schwer ged?ngten Land und zwar so, dass zwei Reihen der Pfl?nzchen auf einen einigermassen erh?hten Erdr?cken gestellt werden.
Man erh?lt hierdurch eine gute ~Ab~-w?sserung und zugleicherzeit eine sehr gute Gelegenheit, um sp?ter beim Einernten zwischen die Pfl?nzchen zu gelangen.
Auf einem ha. stehen ungef?hr 38000 Pflanzen, welche je 45 cm. von einander entfernt sind. Die Umgebung der jungen Pfl?nzchen wird immer sorgf?ltig mittels Schaufel und Hacke vom Unkraute ges?ubert.
Die gef?rchteten Feinde der Pflanzen sind nun die >>K?fer- und Grauw?rmer<<, die auf allen Tabaksfeldern, und die Erdraupen, die nur auf einigen Feldern gefunden werden. Nicht selten werden w?hrend des ersten Monats 2000 per ha. mit der Hand, also durch Ablesen entfernt. Nach dieser Zeit verschwinden diese gef?rchteten Eindringlinge von selbst. Die Anpflanzung einer Reihe Salat l?ngs der hohen Erbsen- und Bohnenhecken, scheint ein Lockmittel f?r die Erdraupen zu sein; auf diese Weise wird das Suchen und Entfernen erleichtert.
Die Bl?tter werden nach jeder Ernte in dem Hauptnerv eingeschnitten, an St?be oder Stangen gesteckt und dicht auf einander 3 bis 4 Wochen in dazu hergerichteten, gut ventilierten, meistens h?lzernen Scheunen zum Trocknen aufgeh?ngt. Bei feuchtem Wetter geschieht dies Trocknen nicht immer nach Wunsch, die Bl?tter trocknen schlecht und in Folge dessen entsteht die sogenannte >>Anschwellung<<, die in F?ulnis ?bergehen kann. Dadurch, dass man niedrige Feuer unter die trocknenden Bl?tter anlegt, kann diesem ?bel abgeholfen werden, besonders im Sp?tsommer: am 10^ Tag der Trocknung wird dies beim Bestgut beobachtet, die >>Anschwellung<< zeigt sich dann dadurch, dass die h?ngenden Bl?tter sich gerade ausbreiten.
Das Sandgut, Bestgut und Erdgut, von dem beim Anfange der Trocknung etwa 30 ? 40 Bl?tter an einer Stange hingen, wird nach 3 bis 4 Wochen umgesteckt und zwar derartig, dass die Bl?tter von 4 St?ben auf eine Stange gesteckt werden. Dann werden diese Stangen zu Haufen aufget?rmt und zwar so, dass ein Kubus gebildet wird, dessen H?he aus etwa 20 bis 25 Schichten besteht, wovon die Bl?tter alle nach innen gerichtet sind.
So bleiben sie liegen bis zum Oktober oder November, um dann sortiert und in B?schel zusammen gebunden zu werden.
Anatomie und Physiologie.
Die Brennbarkeit des Tabaksblattes, wie wir schon sahen, ist abh?ngig von der Anwesenheit organischer Kaliumsalze.
Die Art, wie die Pflanze diese bildet und aus welchen Salzen sie entstehen, ist nicht mit Bestimmtheit anzugeben. Jede lebende Pflanze baut aus anorganischen Stoffen diejenigen K?rper auf, welche sie braucht. In welcher Weise das Nicotin von der Tabakspflanze aufgebaut wird, ist unbekannt. Dies Alcaloid scheint sich in allen Teilen der Pflanze zu finden.
Mit den allgemeinen Alcaloidreagentien wird ?berall im Pallissadengewebe wie im Schwammparenchym eine Reaktion beobachtet.
Die Funktionen, welche die Organe der Pflanze aus?ben, sind genau bekannt; man kennt die Rolle vom Xylem, Phlo?m, Parenchym, Collenchym, Sclerenchym und von sovielen andern. Weniger bekannt ist die Weise, in welcher die Pflanze die organischen Stoffe aufbaut, Stoffe, welche so zusammengesetzt sind, dass man noch nicht den mindesten Begriff hat von ihrer Konstitution oder ihrem chemischen Bau. Vor einigen Jahren gab ~Baeyer~ seine Hypothese ?ber die Bildung der Kohlhydrate unter dem Einfl?sse des Chlorophylls. Nach dieser Vermutung, die noch nicht widerlegt worden ist, geht die Kohlens?ure in Ameisens?ure ?ber, diese mittels Reduktion in Aldehyd, und dieses wieder unter Polymerisation in ein Kohlhydrat, einen Zucker, ein Monosaccharid. Nach den Untersuchungen von ~Curtius~, die im Anfange des Jahres 1897 bekannt gemacht wurden, ist es ihm gelungen, aus dem Brei der Pappel- und Eschenbl?tter, mittels M--Nitrobenzhydrazid, ein Aldehyd auszuscheiden und anzuzeigen, . Weiter ist bekannt, dass Asparagin oder Amido- Apfels?ure ein stickstoffreicher, kristallisirbarer K?rper ist, welcher mit Traubenzucker Eiweiss bilden kann, und umgekehrt, dass das Eiweiss den Stickstoff wieder abgeben kann, um Asparagin aufzubauen, welches durch die Gewebe nach den Myristemen gef?hrt werden kann, um da zur Stelle wieder das erw?nschte Eiweiss entstehen zu lassen.
Der Bau des Tabaksblattes ist dem Typus der Dicotylenbl?tter gleich. Wenn wir ein Tabaksblatt mikroskopisch auf dessen Querdurchschnitt betrachten, sehen wir zu allererst die Cuticula, welche mit Wachs ?berzogen ist; sie bildet einen Teil der Epidermis, die in unserm Falle sowohl an der Aussen- als Innenwand cuticularisiert ist. Diese Epidermis besteht aus flachen tafelf?rmigen Zellen, welche mit unregelm?ssig wellenden Linien in einander schliessen und hier und da Spalt?ffnungen zwischen sich lassen.
Obgleich die Spalt?ffnungen in der Regel sich nur an der Unterseite der Bl?tter zeigen, ist dieses beim Tabak nicht der Fall; sie finden sich da an beiden Seiten.
Viele Zellen der Epidermis sind zu Haaren ausgewachsen. Die Form dieser Haare ist sehr verschieden und kennzeichnend. Die meisten sind mehrzellig, sehr lang und tragen oben einen mit ?therischem ?l gef?llten mehrzelligen K?rper; eine zweite Art ist gleichfalls lang, doch endigt in einer Spitze, w?hrend eine dritte Art auf einem kurzen einzelligen Stiele einen grossen angeschwollenen, mehrzelligen K?rper tr?gt. An beiden Seiten der Bl?tter zeigen sich Haare. Im allerj?ngsten Zustande des Blattes sah ich sogar einige, welche stark verzweigt waren. Unter der Epidermis liegt das Pallissadengewebe, welches aus langen blattgr?nreichen Zellen besteht, die sich dicht an einander anschliessen. Darunter laufen, doch nicht an allen Stellen, die Gef?ssb?ndel, welche aus Xylem und Phlo?m bestehen, von denen das erstere zur Weiterbef?rderung des Wassers, das letztere zum Transporte des Eiweisses dient.
Die Holz- oder Xylemgef?sse zeigen durch die eigent?mlichen bandf?rmigen Anschwellungen die wohlbekannte Spirale, die Phlo?mgef?sse kennzeichnen sich durch die durchbohrten Zwischenw?nde oder Siebplatten; weiter treffen wir das Schwammparenchym, dass aus sehr grossen, gleichfalls chlorophyllreichen Zellen besteht, welche zahlreiche grosse Luftr?hren zwischen sich einschliessen. Dann folgt wieder nach der Unterseite die Epidermis mit ihren vielen Spalt?ffnungen und zu Haaren ausgewachsenen Zellen.
In beigehender Zeichnung, die nach einem Querdurchschnitt von mir angefertigt wurde, sehen wir die Lage der Organe. Der Durchschnitt eines jungen Blattes, aus dem Keimpunkte genommen 12 cm. lang, ist derartig, dass der Nerv und an beiden Seiten davon der Anfang der beiden Blatth?lften mit einem Teil des Gef?ssb?ndels, der sich nach dem Blatte zuwendet, deutlich sichtbar ist. Wir sehen in der Mitte den Xylemb?ndel, aus Holzgef?ssen bestehend, ringf?rmig umschlossen vom Phlo?m. Um den Gef?ssb?ndel herum liegt das Collenchym, kenntlich an den Anschwellungen der Zellenw?nde in den Ecken. Das Collenchym ist sehr dehnbar und in geringem Masse elastisch; daher kommt es, dass es nach Ausreckung nicht wieder vollkommen die fr?here L?nge annimmt. Es besteht aus langen Zellen mit platten Enden; die W?nde sind weich und wasserreich, wodurch es unter dem Mikroskop bl?ulich aussieht.
Was die chemische Zusammensetzung betrifft, finden wir in den Zellenw?nden und in den cuticul?ren Schichten Suberin, einen Stoff, der mit dem Korkstoff identisch ist. In den frischen Bl?ttern sind Spuren von Asparagin deutlich nachzuweisen Dieser K?rper ist quantitativ mit Nitras hydrargyrosus zu bestimmen, wozu vorerst der Farbstoff mit basischem Bleiacetat niedergeschlagen wird. Quantitative Bestimmungen von Asparagin und Eiweiss in den reifen Bl?ttern, und w?hrend des Trocknens der Bl?tter gemacht, deuten auf einen ?bergang von Eiweiss in Asparagin. Je l?nger die Bl?tter trocknen, desto reicher werden sie an diesem Crystalloid.
Weiter kann im Blatte ein inversionsf?higes Kohlhydrat erkannt werden, mutmasslich Rohrzucker. Von organischen Salzen sind anwesend: die der Apfels?ure, Citronens?ure und Oxals?ure, von denen das letztere als Calciumoxalat durch mikrochemische Reaktionen im Parenchym dargethan werden kann . Von den anorganischen Salzen m?ssen die Chloride, Phosphate und Sulfate erw?hnt werden. Das Kalium ist teils an organische S?uren, teils an Salpeters?ure gebunden.
Unmittelbar hier anschliessend w?nsche ich die Prozesse zu behandeln, die beim Trocknen der Bl?tter stattfinden. Sobald die Bl?tter in den Trockenscheunen aufgeh?ngt werden, sehen wir, wie in den ersten Tagen schon grosse ?nderungen vor sich gehen: die Farbe der Bl?tter geht ?ber in ein fahles Gelb und l?uft durch verschiedene Farben bis ins Braune. Wir haben nach dem Pfl?cken nicht sofort mit einem toten, abgestorbenen Blatte zu thun, sondern die Lebensfunktionen dauern noch Tage, ja Wochen lang fort. Das sterbende Blatt schafft in seinem Gewebe v?llige Wandlungen, die schon durch die sichtbare Farben?nderung angezeigt werden. Durch Plasmolyse und durch Verwendung von Farbstoffen, wie Eosin und Picro-Carminsaures-Ammoniak, kann dargethan werden, dass die Zelle noch Tage lang eine zum Leben geh?rige Function vollbringen kann.
Ich fand f?r Bl?tter, die von mir selbst gepfl?ckt und aufgeh?ngt wurden, dass dies 15 bis 20 Tage dauern kann.
Wenn Schnitte eines reifen Blattes in eine Jod-jodkaliuml?sung gebracht werden, sehen wir, dass das St?rkemehl in ?usserst kleinen K?rnchen in grosser Zahl vorhanden ist; die Chlorophyllk?rner erscheinen wie Riesen daneben. W?hrend des Trocknens des Blattes nehmen sie in Anzahl ab, indem sie Zucker bilden. Die Versuche sind leicht zu machen. Ein Blatt oder ein Teil davon wird in Wasser gekocht, mit Kalilauge durchscheinend gemacht, nachher mit Essigs?ure neutralisiert und weiter auf einen Porzellanteller ausgebreitet, in welchen man Jodalcohol mit Wasser gebracht hat. Nach einiger Zeit zeigt sich aus der Intensit?t der F?rbung die Lage des St?rkemehls. Wenn hingegen ein Blatt mittels Chloroformdampf get?tet wird, so findet die Umsetzung nicht statt, die Farbe verwandelt sich nicht in Gelb, ein Beweis, dass das sterbende Blatt Lebensfunktionen besitzt und zeigt. Die Verschwindung des St?rkemehls geht zusammen mit der Entstehung von Glucose, aber auch dieses Kohlhydrat ist w?hrend des Trocknens nicht bleibend, verschwindet jedoch auch nicht ganz. Ich meine, dass einige amerikanische Tabaksarten k?nstlich schnell getrocknet werden; doch dann fragt es sich, ob sich dieser Prozess g?nstig f?r den Tabak erweist. W?hrend der Trocknung w?chst auch der Gehalt an organischen S?uren, und da wir sahen, dass ein grosser Teil dieser S?uren an Kalium gebunden war, muss dies wieder die Brennbarkeit des Blattes beeinflussen.
Quantitative Bestimmungen des Nicotin nach der Methode ~Kissling~ zeigen, dass dies Alcaloid w?hrend der Trocknung keiner ?nderung unterworfen ist; ebensowenig werden die Nitrate angegriffen. Die Eiweisse hingegen vermindern und als Produkte hiervon zeigen sich Amine .
Aus diesen Versuchen und Betrachtungen geht hervor, dass die Trocknung der Tabaksbl?tter langsam geschehen muss. Die chemischen Prozesse, welche unter dem Einfluss des Lebens w?hrend der Trocknung durchgemacht werden, sind von grosser Wichtigkeit f?r die hierauf folgende Fermentation. Wir werden da sehen, dass lebende Organismen, Bakterien, den G?hrungsprozess einleiten und beendigen.
Fermentation. Physische und chemische Untersuchung.
Durch die Fermentation wird der Tabak einer v?lligen ?nderung unterzogen, und ohne Zweifel ?ben die Br?hungsweise, die Temperatur und die Bakterien einen grossen Einfluss aus auf die Bildung derjenigen Zersetzungsprodukte, welche was Geruch und Geschmack betrifft, kennzeichnend sind. Ich bin fest ?berzeugt, dass haupts?chlich die Bakterien und nicht die ~Loew'~schen Enzyme, die Hauptrolle spielen. Wir werden sp?ter sehen, dass bei k?nstlicher Impfung mit Reinkulturen ganz andere Prozesse stattfinden. ~Suchsland~ war der erste, welcher in einer vorl?ufigen Mitteilung bekannt machte, dass Geruch und Geschmack durch die Lebensprozesse der Mikroben entstehen; jedoch hat er sp?ter nie wieder diesen h?chst interessanten Gegenstand aufgenommen.
In der Einleitung erw?hnte ich schon, dass die Herren ~Herschel~ in Amersfoort und ~de Hartog~ in Wageningen mir immer bereitwilligst Hilfe verliehen, und dass in den Scheunen, wo die g?hrenden Haufen Tabak umgesetzt wurden, ein improvisiertes kleines Laboratorium mit den allern?tigsten Instrumenten von uns eingerichtet war.
Mit der gr?ssten Sorgfalt wird ein Haufen Tabak zusammengesetzt. Die musterhaft zusammengebundenen B?schel werden aufgeschichtet, so dass man Haufen von etwa 3 m. hoch, 3.5 m. breit und 3.5 m. lang bekommt. Diese Ziffern sind nicht normal, sondern Form und Gr?sse richten sich nach dem anwesenden Raum, ein Haufen ist desshalb gr?sser als der andere. Das Gewicht variiert gleichfalls, man hat solche von 15000 bis 30000 Pfund. Wenn ein Haufen fertig da steht, ist es wirklich ein reizender Anblick. Man sieht von allen Seiten die >>K?pfe<< der sorgf?ltig zusammengebundenen B?schel, welche dem Ganzen das Ansehen eines Flechtwerks geben. Wenn ein Haufen einige Tage steht, f?ngt er an zu sinken. Indem man lange Stangen hineinsteckt, kann man, wenn man dieselben herauszieht und mit der Hand anf?hlt, die Temperatur beobachten und zugleicherzeit den Geruch beurteilen. Die Personen, welche sich hiermit besch?ftigen, haben, was dies betrifft, eine jahrelange Erfahrung. Es w?hrt nicht lange so wird der Haufen warm und feucht, die Br?hung oder Fermentation f?ngt an. Weil die Temperatur immer steigt, kommen von allen Seiten Insekten hinzu, welche mit dem Namen >>L?use<< angedeutet werden. Bei meiner Anwesenheit habe ich dieselben nicht gesehen und habe also keine Gelegenheit gehabt, sie zu bestimmen.
In Wageningen hat man die Erfahrung gemacht, dass Tabak aus der Veluwe wohl, der aus der Betuwe nicht diese Insekten bei der G?hrung zeigt.
Ein Haufen bleibt ungef?hr 3 oder 4 Monate in G?hrung, doch wird w?hrend dieser Zeit meistens 3 mal umgesetzt, wodurch die ?usseren Teile, welche frei an die Luft grenzen, sich auch an der Br?hung beteiligen k?nnen.
Eine bestimmte Regel ist hierf?r nicht anzugeben, die Erfahrung ist die beste Lehrerin. Ein Haufen von 20000 Pfund Bestgut von der Veluwe, von einem mit Schafsmist ged?ngten Acker, wird, nachdem er 4 Wochen gestanden hat, umgesetzt. Dieses Umsetzen, womit 5 Personen 2 bis 3 Tage besch?ftigt sind, geschieht meisten 3-mal. Erd- und Sandgut aus der Betuwe wird gleichfalls 3-mal umgesetzt. Doch braucht man 4 Monate, um die G?hrung zum erw?nschten Ziel zu bringen.
Gemischte Haufen, das sind Haufen, welche Tabak von verschiedenen Gegenden, Sandgut, Erdgut, Bestgut oder Geizen enthalten, brauchen eine nicht zu bestimmende G?hrungszeit, die Erfahrung muss dies entscheiden. Einige Male geschieht es wohl, dass Tabak schwer oder gar nicht zum G?hren kommt ; dies werde ich sofort erkl?ren.
Zu gleicher Zeit glaube ich unsern Tabakspflanzern und H?ndlern eine Mitteilung machen zu m?ssen, die vielleicht Veranlassung zu einem Versuche geben k?nnte. Die Vermutung liegt n?mlich nahe, dass ein hoher Stickstoffgehalt des Tabaks die G?hrung zwar nicht bedingt aber doch stark dazu beitr?gt. Durch das Hineinbringen von gew?hnlichem Klee zwischen die Haufen sollte sie zu erreichen sein. Man weiss, dass die Leguminosen stickstoffreich sind.
Wenn die G?hrung beendigt ist, werden die B?schel zu schmalen Reihen angeh?uft. Hierdurch beugt man der Nachg?hrung soviel wie nur m?glich vor.
Bei einer Gelegenheit, wo ein Haufen zum zweiten Male umgesetzt wurde, nahm ich auf ungef?hr 60 cm. Tiefe eine Temperatur von 56? C. wahr. Der Wassergehalt der Bl?tter war etwa von 25-35 %, welcher nat?rlicherweise wechselt mit dem k?rzeren oder l?ngeren Stand des Haufens. Im Algemeinen kann festgestellt werden, dass Tabak, welcher im Dezember oder Januar gekauft wurde, nach der Br?hung 6 % an Gewicht verloren hat. Bei der Fermentation findet also Verlust an Gewicht statt.
Beim Umsetzen des Haufens zeigte sich deutlich ein honigs?sser, etwas prickelnder Geruch, zugleicherzeit stieg ein feuchter Dunst empor, der als Dampf sichtbar war.
Lackmuspapier, rotes und blaues, und ebenso Curcumapapier zeigten, nachdem sie eine halbe Stunde zwischen den feuchten Bl?ttern auf gut 1/2 m. Tiefe gelegen hatten, keine Reaktion, sodass man als sicher annehmen darf, dass dieser Haufen im Augenblicke der G?hrung neutral reagierte. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Tabak aus der Betuwe entwickelt kein oder sehr wenig Ammoniak, der von der Veluwe hingegen liefert als Zersetzungsprodukt Ammoniak. Sp?ter werden wir sehen, dass auch hier Bakterien Ursache davon sind, und dass dies durch k?nstliche Impfung entsteht. Es gelang mir, einige dieser Ammoniakbilder zu isolieren. Nach diesen wenigen vorhandenen Angaben, ist die Vermutung berechtigt, dass in unsern ?berseeischen Besitzungen sich Mikroben finden werden, die ihre eigenen Zersetzungsprodukte bilden; wir sahen ja in dem Augusthefte der Monatsschrift >>de Natuur<<, dass ~Hansen~ >>G?hrungszellen<< gefunden hat, die in kleinen Entfernungen von Baumschule zu Baumschule ?bersiedeln konnten, und auf der Oberfl?che s?sser, saftiger Fr?chte lebten und Umsetzungen vollzogen.
Was den chemischen Teil betrifft, so finden wir einen grossen Unterschied in der Zusammensetzung des Tabaks beim Anfange und beim Ende der G?hrung. Allen stattfindenden Zersetzungen nachzuforschen ist unm?glich bei dem gegenw?rtigen Stand der analytischen Chemie; wir haben es nicht nur mit Lebensprozessen zu thun, sondern auch mit den Umsetzungen der Stoffe, welche vom Leben herstammen. Von einer Tabaksart fand ich die folgende Analyse, welche gemacht war vor und nach der Fermentation .
Totaler Stickstoffgehalt 3.09 % 3.24 % Eiweissstickstoff 1.30 1.36 Nicotin 1.464 1.075 ?therextract 9.41 8.34 Darin anwesende S?ure, als Milchs?ure berechnet 0.446 0.450 Organische, nicht fl?chtige S?ure, als Apfels?ure berechnet 16.81 14.45 Mit Wasserdampf fl?chtige S?uren, als Butters?ure berechnet 0.124 0.299 Reduzierender Zucker, nach Kl?rung mit Bleiessig 1.26 0. Salpeters?ure 0.201 0. Schwefels?ure 2.147 2.201 Sandfreie Asche 19.83 21.01
Aus diesen Betrachtungen erhellt, welche tief eingreifende Ver?nderungen bei der G?hrung stattfinden. Muss man jetzt noch daran zweifeln, dass durch die G?hrung neu gebildete aromatische fl?chtige und nicht fl?chtige K?rper entstehen, welche dem Tabaksblatte eine gute oder weniger gute Qualit?t verleihen? Die G?hrung nimmt ihren Verlauf, abh?ngig von den anwesenden Mikroorganismen. Sie werden einen biologischen Prozess hervorrufen, abh?ngig von dem Boden, der ihnen zur Nahrung dient. Dort, wo beide, oder eins von beiden, verschieden sind, muss auch das Endprodukt der Wirkung verschieden sein.
Ich zweifle nicht daran, dass die Reinkulturen, welche von edeln Tabaksarten gezogen werden, unsern einheimischen Tabak verbessern, wenn sie auf denselben geimpft werden. Im folgenden bakteriologischen Teil werde ich den experimentellen Beweis liefern, dass Mikroorganismen, die Bakterien, die bedeutendste Funktion bei der G?hrung erf?llen.
Bakteriologische Untersuchungen.
Die Untersuchungen der Fermentation und besonders das Suchen nach den Bakterien, die hierbei funktionieren, sind Untersuchungen, die viel Zeit kosten. Wenn wir bedenken, dass das Tabaksblatt nach der Entfaltung der Knospe der Luft ausgesetzt ist und immer die Einfl?sse der Witterungszust?nde erf?hrt, wobei die an Bakterien reiche Luft dieselben oder die Sporen der Mikroorganismen auf dessen Oberfl?che deponiert, wenn wir bedenken, dass der Staub in den Scheunen sehr reich ist an Mikroben, dann brauchen wir uns nicht mehr zu fragen, wie es kommt, dass beim Anlegen der bakteriologischen Kulturen so viele Arten von Organismen gefunden werden. Um zu einem Resultate zu gelangen, sind Hunderte von Kultursch?lchen von mir angelegt worden und eben so viele Teilungs- oder Trennungskulturen um zu entscheiden, ob die Reinkulturen auch >>rein<< seien. Zuallererst suchte ich nach Hefen, doch diese Untersuchungen erwiesen sich bald als fruchtlos. Weder die sofort angestellten mikroskopischen Untersuchungen noch die Malzgelatine zeigten mir das Erscheinen von Hefenarten bei dieser Fermentation. Dann wurden Versuche mit der alkalischen Gelatine gemacht. Der ungebr?hte Tabak wird in kleine St?cke geschnitten und in gut schliessenden gl?sernen Sch?lchen zusammengepresst. Der also zubereitete und mit sterilem Wasser angefeuchtete Tabak wird mit einer Bleischeibe beschwert und mit einigen andern Sch?lchen in eine Glasglocke gebracht . Ein andrer Teil des grob geschnittenen Tabaks wird in eine Glasglocke gebracht, deren oberer Teil hermetisch an den unteren Teil schliesst und deren Deckel obendrein noch mit einer gl?sernen R?hre und einem Hahn mit der Aussenluft correspondiert. Auch dieser Tabak ist angefeuchtet und mittels einer Bleischeibe beschwert.
Von einer Wasserstrahlluftpumpe, verbunden mit Manometer, wird die Luft herausgesogen und Wasserstoffgas hineingebracht. Dies wird einige Male wiederholt, um die Gewissheit zu erhalten, dass alle Luft ausgetrieben ist, schliesslich ist und bleibt die Glocke mit Wasserstoff angef?llt, damit die Ana?roben die Gelegenheit haben, sich zu entwickeln . Wie die Sch?lchen wird auch diese Glocke in einen Brutschrank bei 40? C. gestellt. Nach Verlauf einiger Tage ist am Geruch merkbar, dass die G?hrung angefangen hat.
Die A?robenkulturen werden wie gew?hnlich in Petri'schen Sch?lchen angelegt. Ein Wenig des g?hrenden Tabaks wird mit sterilen Instrumenten aus einem der Sch?lchen genommen, auf sterilem Papier feingeschnitten und in fl?ssige alkalische Gelatine gebracht. Die St?ckchen werden t?chtig mit einer ausgegl?hten Platinnadel abgerieben und gleichm?ssig durch Schwenken der R?hre in derselben verteilt. Um Verd?nnungen von dieser R?hre zu machen, wird eine geringe Quantit?t dieser Gelatine mittels einer Platinspirale, die in diesem Falle 50 mgr. aufnimmt, in eine zweite R?hre hineingebracht, und hiervon nach guter Teilung eine oder mehr Spiralen in eine dritte R?hre u. s. w. Jede R?hre wird dann in ein Kultursch?lchen ausgegossen. Nach einigen Tagen haben die Bakterien sichtbare Kolonien gebildet, mit denen man weitere Versuche anstellen kann.
Die Anlage der Ana?robenkulturen geschieht in anderer Weise, und zwar nach der Methode ~Liborius~ und ~Buchner~.
Im ersten Falle wird wieder der fein geschnittene Tabak aus der mit Wasserstoff gef?llten Glocke in fl?ssige Gelatine gebracht und verteilt, und hiervon werden wieder die n?mlichen Verd?nnungen gemacht. In kaltem Wasser l?sst man die Gelatine fest werden und nachher wird die ganze R?hre bis zum Wattepfropfen mit steriler Gelatine angef?llt .
Im zweiten Falle wird der Tabak aus der n?mlichen Glocke in derselben Weise in die Gelatine-R?hre hineingebracht und werden gleichfalls Verd?nnungen angelegt. Nachdem die Gelatine fest geworden ist, wird der Wattepfropfen fast bis zum Gelatine-niveau geschoben und nachdem der obere Teil der R?hre mit einem Diamanten abgeschnitten worden ist, wird diese kurze R?hre in eine weite Reagirr?hre auf ein sich dort befindendes kleines St?ck Metallgaze gebracht . In diese grosse R?hre ist unter das Drahtnetz, welches der Kulturr?hre zum Ruhepunkt dient, 2 Gramm Pyrogallol gebracht. Wenn dies alles fertig ist, l?sst man mit einer Pipette 10 cm^3 von einer 1 % KOH-l?sung in die weite R?hre hinein fliessen und schliesst dann sofort die R?hre mit einem gut schliessenden Kautschukst?psel, der obendrein noch mit Paraffin umgeben wird.
Nach beiden Methoden gelangen die Ana?roben zum Wachstum und bilden, obgleich langsam, gut sichtbare Koloni?n. Damit man hiervon Impfungen machen kann, wird die Gelatiner?hre an denjenigen Stellen mit einem Diamanten durchschnitten, an denen man die Kolonien mit einer Nadel erreichen kann. Auch diese Impfungen, Strich- oder Stichkulturen, geschehen derartig, dass entweder durch das Aufgiessen von Gelatine oder in der genannten Weise mit alkalischer Pyrogalloll?sung die Ana?roben sich in dem sauerstofffreien Raum entwickeln k?nnen. Auf diese Weise habe ich eine Anzahl Versuche gemacht, und als sich ergab, dass die Ana?roben fakultative Ana?roben waren, wurden die Versuche mit der alkalischen Gelatine in Petri'schen Sch?lchen fortgesetzt. In der Zwischenzeit, im Winter von 96-97, wurde mir, wie beschrieben ist, durch chemische Analyse bekannt, welche Stoffe bei der Fermentation angegriffen wurden. Damals ist der N?hrboden, wie folgt, von mir ge?ndert worden:
alkalische Gelatine 100 Kalium-nitrat 0.2 Asparagin 0.1 Glycerin 1.5 Glucose 0.5 Nicotin Spuren.
Auf diesem Boden entwickeln die Kolonien sich schneller und in grosser Menge. Ein Beweis, wie n?tzlich es ist, eine Untersuchung, welche urspr?nglich nur die G?hrung betraf, auf ein v?lliges Studium des Tabaks auszudehnen.
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